Mythen sind tote, starre Gebilde aus der Vergangenheit. Tradition und Kultur sind wie melancholische Erinnerungen an die verblassenden Tiefen der Jahrhunderte. Daß dem nicht so ist, zeigt Alexandros Karozas auf beeindruckende Weise mit seinem Projekt “Der Traum des Ikaros”. Dieses Werk ist der Versuch, Brücken zu schlagen, Brücken zwischen Kulturen, Musikrichtungen, Herzen und Gefühlen.

Karozas öffnet viele Schubladen wie Klassik, Soul, Pop und auch byzantinische Klänge, sortiert diese Stile aber nicht neu, sondern läßt sie aufeinander wirken, ohne daß eine Musikrichtung ihre wahre Identität dabei verliert. Eine nie gehörte Verschmelzung von Klassik und Moderne, Mythos und Schnellebigkeit. Etablierte Definitionen von Crossover und World Music scheinen hier nicht zu funktionieren.

Karozas´Musik ist keine Pop-Musik, die um ein Element der afrikanischen oder orientalischen Folklore angereichert wurde, vielmehr kommt sie aus der Tradition und knüpft mit kaum wahrnehmbarem Übergang einen zeitlosen Teppich. Der Klang einer indischen Tabla oder eine griechischen Bouzouki ist nicht das sofort identifizierbare oder neue Moment in seinem Werk, sondern nur eine von vielen musikalischen Zutaten. Die orientalische Melodie klingt nicht fremd, sondern ordnet sich wie selbstverständlich in das Gesamtbild ein.

Alexandros Karozas überzeugt mit seiner Geschlossenheit und der Selbstverständlichkeit, mit der er die Elemente zu etwas Neuem verschmelzen läßt.